Karikatur und Cartoon

Nach Aristoteles hat nur der Mensch die Fähigkeit zum Lachen. Tieren spricht er dies ab. Hmm… Die reflektieren ja auch nicht über ihre Gewohnheiten, sondern machen was eben anliegt: Fressen, Saufen, Sex. Und ein Cartoon oder eine Karikatur legt eben die Lebenslüge unserer Gewohnheiten offen…

Aber der Glaube, dass Tiere keine künstlerische Ader besitzen, wird sehr schön am Beispiel der Piranhas widerlegt. Diese beherrschen auf excellente Weise die abstrakte Aquarellmalerei mit roter Tinte!

Die Volksweisheit weiß zu berichten, dass Humor die beste Medizin sein soll. Aber sie sagt nicht, welche Krankheit geheilt werden soll. Körperliche Gebrechen? Ein gebrochenes Kinn, ein vereiterter Zahn, eine schwere Migräne? Wie soll hier Lachen helfen? Vermutlich geht die Volksweisheit eher von geistigen Prozessen aus, insofern will ich hier den Versuch wagen, welche Art von Persönlichkeitsstörung einer Heilung zuträglich wäre. Der Normal-Neurotische, damit sind wir als deutsche Michel gemeint, leben die eine oder andere Störung alle mehr oder weniger in unterschiedlicher Ausprägung aus…

Bauchgefühl

Bauchgefühl

Zeichner: Roger Schmidt
veröffentlicht am: 14. April 2014
Homepage: www.karikatur-cartoon.de


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Bauchgefühl

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Es soll Menschen geben, die ihre rationalen Entscheidungen von ihrem Bauchgefühl abhängig machen. In diesem Sinne intuitiv denken und handeln. Dabei übersehen diese, dass das Bauchgefühl abhängig von unserer Verdauung ist. Genuss von Zwiebeln verursacht nun mal unangenehme Dämpfe…

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Erfahrung im Job

Erfahrung im Job

Gib es einen Job, für den man keine Erfahrung braucht? Ja, es gibt ihn – zum Beispiel den des Schülers. Diese kommen unwissend zur ersten Stunde und können zehn Jahre später immer noch nicht kochen, das Geschirr abwaschen oder den Müll rausbringen. Deshalb gibt es für diesen Job auch kein Geld. Bei Rentnern sieht das Ding mit der Erfahrung anders aus. Meistens gesegnet mit wertvollen Erfahrungen eines erfüllten Berufslebens betreten diese ein Berufsfeld, in dem das alte Wissen nichts mehr gilt. Entwertet. Schlimmer noch: immer weniger Wissen notwendig sein wird. Bis die Erfahrungen sich am Ende im Pflegeheim komplett auflösen. Glücklicherweise gibt es für diesen letzten Job Geld bis zum bitteren Ende…

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Geteilte Ukraine

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Russland gebärt sich als Raubtier. Nur eine geteilte Ukraine ist eine gute Ukraine. Oder doch besser gleich die Ganze?

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Karriere und Frau mit Kind

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Karriere und dann auch noch als Frau mit Kind. Geht das? Da gilt es erst einmal die unterschiedlichen Standpunkte zu betrachten. Als da wären: der Chef, das Baby, der Ehemann, die Eltern, der Friseur, die Nachbarn, der Kindergarten oder das Land.

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Da wäre als erstes die Demenz. Hilft hier ein humorvoller Cartoon oder ein derber Witz? Wohl kaum: Demenzkranke nehmen sehr wohl die Pointe wahr, haben aber vergessen, in welchem Zusammenhang diese steht…

Hilft Humor gegen Zwanghaftigkeit? Mal im Ernst: Haben Sie schon mal einen Zwanghaften lachen sehen? Die lachen nie – man könnte ja sonst mit seinem Lachen seine durch ständiges Zähneputzen abgenutzten Zahnstummel zeigen…

Und wie sieht es mit dem Narzissmus aus? Kann hier ein Cartoon oder eine Karikatur zur Erheiterung beitragen? Nein, denn der ist so damit beschäftigt, die anderen zu beobachten, ob sie auch über seine Witze lachen, dass gar keine Zeit mehr bleibt, selbst zu lachen. Obwohl – dieser Typ von Narziß befindet sich so beschrieben wohl eher in seiner zweifelnden Phase, richtig auf dem Höhepunkt, interessiert es den Narziß gar nicht, ob einer lacht. Er stellt den Mittelpunkt des Universums dar und seine Witze sind immer gut.

Und ein paar Witze gegen Depressionen? Dagegen werden heutzutage lieber Pillen verschrieben. Serotoninmangel oder so. Der Mund ist ständig mit Tabletten gefüllt, wie soll der Depressive hier noch ein Lachen hervorwürgen? Verschluckt sich und ist tot. Und sagt dann: hab ich ja kommen sehen, nichts hat Sinn, alles umsonst , nichts nützt – noch nicht mal lachen…

Humor als Witz, Cartoon oder Karikatur kann ein bewährtes Gegengift gegen Widersinniges und steife Vorstellungen sein. Aber: darüber zu Lachen hieße ja, seine eigenen Konzepte in Frage zu stellen…

Einen Typus hätte ich fast unterschlagen: den Dependenten. Die suchen ständig nach haltbaren und dauernden Beziehungen. Und tun alles dafür. Wenn die anderen lachen, lacht er auch. Wenn die anderen nicht lachen, lacht er auch nicht. Und die anderen lachen nie…

Mir fällt noch der Vergleich mit Katzen an. Kleine Katzen spielen, ältere eher selten. Kleine Kinder lachen bis zu 400mal am Tag, Erwachsene nur noch durchschnittlich 15mal am Tag. Drum geht es Cartoonisten auch eher dreckig: Kinder können über einen Cartoon lachen und würden gerne mehr davon kaufen, haben aber kein Geld. Erwachsene haben sich in ihre Störungen verrannt und laufen ständig mit finsterer Miene herum. Für so einen Quatsch wie einen Cartoon gibt man in diesem Gemütszustand nichts aus…