Willensfreiheit versus Hirnforschung

Willensfreiheit - nur eine Illusion? Was bedeuten die neurowissenschaftlichen Erkenntnisse und welche Konsequenzen ergeben sich aus ihnen in Bezug auf unsere Willensfreiheit? Sind unsere frei empfundenen Willensentscheidungen tatsächlich frei, können wir wirklich unsere Handlungen mit unseren Entscheidungen steuern oder sind wir nur biologische Sklaven unserer Nervenzellen? Ist die Willensfreiheit eine reine Illusion und das, was wir tun und denken, bereits vom Gehirn festgelegt? Ein philosophisches Minenfeld. Glücklicherweise ungefährlich für einen Karikaturisten, da dieser ja nur Striche aneinandersetzt, die manchmal als Bild interpretiert werden.
Willensfreiheit versus Hirnforschung

Willensfreiheit versus Hirnforschung

Zeichner: Roger Schmidt
veröffentlicht am: 04. August 2010
Homepage: www.karikatur-cartoon.de
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Bevor eine Bewegung ausgeführt wird, sind die motorischen Zentren im Gehirn schon aktiv. Trotzdem wird die Bewegung als selbstbestimmter Willensakt erlebt. So ergeht es vielen unserer Handlungen im Laufe eines Tages. Den meisten gönnen wir kaum Aufmerksamkeit und sind der Meinung, unsere Arme und Beine willentlich durch Absichten und Entscheidungen zu steuern.

Willensfreiheit ist eine Illusion. Das sagen die Experimente, die der Hirnforschers Benjamin Libet in den siebziger Jahren durchführte. Das Bewusstsein – eher einer lahmen Schnecke vergleichbar – nimmt erst Sekundenbruchteile später von einer Bewegung, z.B. dem Drücken eines Knopfes, Notiz. Zu einem Zeitpunkt, an dem das Gehirn bereits eine Ereigniskette in Gang gesetzt hat, bevor es die Bewegung über mehrere Stufen ausführt. Legt man hier Ursache und Wirkung zugrunde, kann das Bewusstsein unmöglich eine freie Willensentscheidung durchgeführt haben…
Klar – hinterher weis man immer alles besser 🙂 Damit ist auch bewiesen, dass das Zuführen einer Flasche Bier zum Munde ein Reiz ist, der von der Leber ausgelöst wird. Selbstverständlich ist das Schreiben dieses Textes ebenfalls eine rein motorische Funktion…

Es geht kein Weg daran vorbei, zu erkennen, dass das Gehirn aktiv wird, bevor der Mensch eine Bewegung bewusst erlebt. Das Gehirn läuft sozusagen vor dem Startschuss los. Der freie Wille ist nicht frei. So muss es die Hirnforschung postulieren, denn sonst könnte man kaum Hirnforschung betreiben. Daran schließt sich die Frage, wie denn Willensfreiheit aus unserer Hirntätigkeit entsteht? Ist die Willensfreiheit nur ein Abfallprodukt aus den laufenden Rechenprozessen, da die neurale Aktivität des Gehirns bei einer Bewegung schon längst im Gange ist? Oder handelt es sich hier um ein Täuschungsmanöver einer höheren Macht, um zu verdecken, wie wir wirklich funktionieren? Die oben genannte Idee des Abfallproduktes ist da schon eher mein persönlicher Favorit. Aber wer hat nun diesen Text geschrieben?

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