Beziehungsarbeit

Eine noch nicht veröffentlichte Untersuchung des Frauenhofer-Instituts ergab, dass eine Frau, sobald sie sich in eine Ehe begibt, pro Ehejahr ein Kilo zunimmt. Statistisch betrachtet. In dem Sinne müssten sie nach der Scheidung pro Scheidungsjahr wieder ein Kilo abnehmen, Trennungsjahr mal nicht mitgezählt, in dem sich das Gewicht aufgrund der Status offenen Situation nicht verändert.
Beziehungsarbeit

Beziehungsarbeit

Zeichner: Roger Schmidt
veröffentlicht am: 13. August 2008
Homepage: www.karikatur-cartoon.de


Alle Männer, denen vielleicht weniger an der Frau als an der Institution Ehe als Nest gewordene Höhle liegt, sollten daher die Gewichtsbewegungen der eigenen Ehefrau genau beobachten und jeden Gewichtsverlust, vielmehr sogar jede Bemühung eines solchen strengstens unterbinden, da es nur auf eines hinausläuft: Trennung und Rauswurf aus dem Paradies.
Doch gibt es jedoch auch andere Wege an einer Beziehung zu arbeiten. Außereheliche Beziehungen beispielsweise, die für Männer wie das Outsourcing sexueller Praktiken sind. Der Heimatstandort wird dadurch nicht unbedingt in Frage gestellt. Sollte jedoch die Belegschaft das Stammwerkes streiken, dann werden Vor- und Nachteile eines Standortwechsels erwogen, meist jedoch aufgrund erheblicher Steuernachteile (Unterhalt für die Ex und Perlenketten für die Neue) verworfen und ein Konsolidierungsplan entworfen.
Ebenso hilfreich kann es sein vernünftige Klimapolitik zu betreiben: Das unaufhörliche Plappern der einen wird durch stoisches Schweigen des anderen kompensiert. So herrschen stets angenehme Temperaturen und niemand fühlt sich genötigt hitzig zu werden. Wenn man davon spricht, dass Beziehungen funktionieren, lässt dies auf einen Schaltplan schließen, denn letztendlich weiß man ja, an welchen Knöpfen man drehen muss, um ein sanftes Einpendeln zu erreichen, ohne eine Vollbremsung vollziehen zu müssen.
Wer an seiner Beziehung arbeitet, kann letztendlich auch auf eine entsprechende Entlohnung pochen. Nur verhält es sich hier wie mit allen Gehältern: Man bekommt selten, was man verdient.
Kann man weder den Krieg noch die Schlacht gewinnen, muss man sich dem atmosphärischen Druck beugen und sich, ganz Krieger und Guerilla, in sein eigenes Reich im Untergrund zurückziehen. Erlaubt es der Waffenstillstandsvertrag, verlagert man den Einflussbereich ins Freie, pflanzt systematisch Gurken, Radieschen und Kohl, doch bald sind nicht nur jene Zöglinge von der sanften Gewalt lilafarbener Blumen umzingelt. Vielleicht halten Männer sich deshalb nicht mit Spielereien wie Okka, Pastell oder Mint auf, daher sind die Prozentbalken der Wahlergebnisse auch in den Männern verständlichen Farben gehalten.

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