Karikatur & Cartoon

über Politik, Wirtschaft und Finanzen

Ambulanter Pflegedienst

Schon Florence Nightingale stellte fest: "Pflegen ist eine Kunst". Und ein ambulanter Pflegedienst vollbringt mitunter akrobatische Leistung.



Ambulanter Pflegedienst

Ambulanter Pflegedienst
Zeichner: Roger Schmidt
veröffentlicht am: 12 Jun 2007
Homepage: http://www.karikatur-cartoon.de/
Keywords: Karikatur, Cartoon,

Die Pflege von Kranken steht und fällt mit den Personen, die den Pflegedienst durchführen. Da darf natürlich nicht an der Ausbildung gespart werden. Wie wäre es mit einer Einzelkämpferausbildung? Zwei Pflegende auf einmal sind eine große Ausnahme - egal wie schwer die Arbeit ist.
Immer mehr Menschen müssen im Alter gepflegt werden. Dies kann entweder privat oder durch die Nutzung eines ambulanten Pflegedienstes erfolgen. Da jedoch vielen Menschen die Pflege der Angehörigen zu stressig ist, denn dies erfordert einen 24-Stunden-Dienst bzw. berufliche Gründe sprechen dagegen, überlassen sie diese Aufgabe einem ambulanten Pflegedienst.
Der ambulante Pflegedienst hat hierbei umfangreiche Aufgaben zu übernehmen. Hierzu zählen unter anderem die Gabe von Arzneimitteln, die Verabreichung von Spritzen und das Waschen der Pflegepersonen. Auch das Füttern sowie die Unterhaltung, z.B. mit der Rechnung wedeln, gehören mitunter zu den Aufgaben.
Grundsätzlich gehen Menschen, die ihre Angehörigen einem ambulanten Pflegedienst überlassen davon aus, dass sie kompetent, zuverlässig und mit viel Liebe gepflegt werden. Der Alltag sieht jedoch mitunter anders aus.
Da auch der Markt für den ambulanten Pflegedienst dem Wettbewerb unterlegen ist, muss dieser kostengünstig arbeiten, um möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Grundsätzlich gilt natürlich: nur ein lebender Patient ist ein guter Patient...
Da die alten Menschen im allgemeinen jedoch nur ein begrenztes Budget zur Verfügung haben bzw. die Pflegekassen pro Person nur einen gewissen Satz bezahlen, kann Gewinn nur erzielt werden, wenn Materialien sowie Mitarbeiter eingespart werden. Kann eine Windel mal den ganzen Vormittag dranbleiben oder kann die Bettwäsche auch mal mehrere Tage oder Wochen benutzt werden, sind Mitarbeiter leider nicht komplett abzuschaffen (denn ganz ohne Pflege kann ein ambulanter Pflegedienst eben nicht existieren). Also sind Kosteneinsparungen nur möglich, wenn man die Pfleger gering entlohnt, zudem werden ihnen möglichst viele Patienten zugeteilt. Immer weniger Mitarbeiter müssen also immer mehr Patienten behandeln, Zeit für Persönliches bleibt da kaum. So wünscht sich die eine oder andere Pflegekraft sicher vier Hände, um all ihre Aufgaben beim ambulanten Pflegedienst bewältigen zu können. Und eins ist sicher: werden mehrere Tätigkeiten gleichzeitig geschafft, also zum Beispiel Füttern und Spritzen, schafft dies doch zusätzliche Einnahmequellen. Und das Waschen sowie das Beziehen des Bettes einer Pflegeperson schafft ein Pfleger doch auch allein! Wozu dann also die Mitarbeiterzahl erhöhen?
Und dann die Unterhaltung: brauchen Menschen, die den ganzen Tag im Bett liegen oder senil sind, überhaupt noch Unterhaltung, die sie zudem nicht verstehen? Hier kann viel Zeit und somit Geld eingespart werden!
Zwar kann man bei dieser Praxis trotzdem noch von einer kompetenten Pflege sprechen, Zuverlässigkeit und vor allem die Liebe wird man hier jedoch nur bei engagierten Mitarbeitern finden. Die Menschen erhalten nur noch, und dies auch nicht mehr überall, die körperlich notwendige Pflege, die Psyche wird vernachlässigt.
Doch nicht nur die Pflegepersonen selbst leiden. Auch das Pflegepersonal spürt zunehmend den Einspardruck, sei es auf dem Gehaltsschein oder aufgrund körperlicher Beschwerden, die solch ein Mammutprogramm mit sich bringt. Zudem werden Stellen gestrichen bzw. Mitarbeitern werden die Stunden gekürzt. Sie dürfen dann nur noch 20 oder 30 Wochenstunden arbeiten, und das zu deutlich geringeren Stundenlöhnen.
Kann man hier noch von Gerechtigkeit sprechen? Dies kommt auf den Blickwinkel an. Aus Sicht der Unternehmensleitung ambulanter Pflegedienste: Ja!

« Knieschmerzen

Vorsorgeuntersuchung »



Gefällt Ihnen die Karikatur? Teilen Sie diese mit Freunden:
  • Digg it!
  • Add to Del.Icio.Us
  • Add to Technorati
  • NewsVine
  • Google Bookmarks
  • Mr. Wong
  • Live
  • Facebook
  • Facebook




Kommentare und verweisende Webseiten

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet.
Folgende Einträge anderer Blogs beziehen sich auf den Eintrag: Ambulanter Pflegedienst
mit der TrackBack-URL: http://www.tooi.de/cgi-bin/m42/mt-tb.cgi/505

Kommentare

Cindy Z. schreibt am 15.08.10 14:03:

ZUTREFFENDER geht es wirklich nicht!!!! Ich arbeite selbst im ambulanten Pflegedienst und fühle mich sehr häufig GENAU SO!!!

...und in der Pause zur Leistungssteigerung gleich an die Transfusion - der Pflegedienst wird schließlich nicht fürs Abhängen bezahlt!

Heike Eichle schreibt am 30.03.10 22:26:

Sehr geehrter Herr SChmidt,

Sie sollten sich schämen, dass Sie mit Ihrem Cartoon zahllosen Unternehmensberatern die Vorlage für Einsparungen im Gesundheitswesen geliefert haben. Im Ernst, mit einem Bild beschreiben Sie auf den Punkt den Arbeitsalltag der Pflegekräfte. Können wir Ihr Bild (selbstverständlich unter Quellenangabe) für unsere betriebsinterne Belegschaftszeitung verwenden?
Geld haben wir nicht, wir sind ein budgetfreier Betriebsrat.

Frohe Ostern

H. Eichler
Betriebsratsmitglied Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH

Hier können Sie Ihre Spuren hinterlassen...

Stichworte »Karikatur & Cartoon«

Karikaturen nach Vorlage zeichnen

Autoren

©2008 Karikatur & Cartoon, Kontakt - Impressum - AGB - Datenschutz - Sitemap