Feierabend

Wenn die Blase platzt und alles in die Hausse geht, kommt die Puts-Frau und macht Kehraus. Solche Reinigungsprozesse auf die lange Bank zu schieben, kann mitunter fatale Folgen für die Klärung der Konten haben, warten diese doch auf die richtige Anlage, welche doch bitte die Blüten aussortieren möge. Vergleichbar mit dem ersten Börsencrash im Jahre [...]
Feierabend

Feierabend

Zeichner: Roger Schmidt
veröffentlicht am: 11. November 2008
Homepage: www.karikatur-cartoon.de
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Wenn die Blase platzt und alles in die Hausse geht, kommt die Puts-Frau und macht Kehraus. Solche Reinigungsprozesse auf die lange Bank zu schieben, kann mitunter fatale Folgen für die Klärung der Konten haben, warten diese doch auf die richtige Anlage, welche doch bitte die Blüten aussortieren möge. Vergleichbar mit dem ersten Börsencrash im Jahre 1634, als in Amsterdam der Tulpen-Markt aufgrund von Spekulanten zusammenbrach und seither der deutsche Markt dafür büßen muss.


Der Wirtschaftsforscher und IFO-Präsident Sinn hat seinerseits für einen Bruch der anderen Art gesorgt, sieht er doch die Banken-Manager der heutigen Zeit ähnlich an den Pranger gestellt und als Sündenböcke gebrandmarkt, wie die deutschen Juden für den Börsencrash 1929 verantwortlich gemacht wurden. Dass dieser Vergleich ebenso absurd ist wie jener seines Bartes mit dem Hoimar von Ditfurths ist mindestens so verwirrend wie die Tatsache, dass 500 Milliarden Euro auf dem Präsentierteller liegen und keiner sie anzurühren wagt. Womöglich liegt es daran, dass die Mittel im Schaufenster aufgebart liegen und jeder Zugriff genauestens protokolliert wird. Schließlich will man ja wissen, wohin die Steuergelder gehen und wie viel uns der Kursverlust kostet. Solange die der Schließung geweihten Landesbanken zugreifen, kann man ohne Gewissensbisse ein Auge zukneifen, bleibt es bei ihnen doch in der Familie. Sollte jedoch einer jener Nimmersatt-Manager privater Geldinstitute seine gierigen Pranken in Richtung Rettungsfonds ausstrecken, schnappt die Falle zu, die versteckte Kamera geht an und das Licht aus. Denn jeder Griff in die Staatsschatulle ist ein Drücken auf den nächsten Knopf nach unten Richtung Börsen-Baisse. Ähnlich unruhig wie ein aus dem Rhythmus geratener Zweitakt-Motor verhält sich derweil das Zugpferd des Börsenbarometers DAX: Die VW-Aktie vervierfachte ihren Wert über Nacht, da sich dessen Stuttgarter Zugpferd nach und nach alle Anteile aus dem Futtertrog zu sichern scheint. Bei knapp 6% übrig bleibender Aktien fühlt man sich an die Kämpfe um 10-Euro-Staubsauger bei Saturn erinnert. Egal, ob man tatsächlich einen brauchte: Man warf sich in die Schlacht, denn wo viel Feind, da viel (Verk)Ehr. Solange die Commerzbank jedoch noch das Wetter im Ersten präsentiert, hoffen wir alle auf Sonnenschein. Sollte es dennoch kalt werden, schütten wir eben Öl ins Feuer. Das können wir uns bei den Benzinpreisen schließlich ja auch wieder leisten und uns damit gleichzeitig flatterhafte Kohle von der Pelle(ts) halten.

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