La vie en Posen

Nein, eine Verwässerung des Klimaschutzpaketes seien die Beschlüsse von Posen nicht, versichern unisono alle Staatschefs der Mitgliedsländer. Denn Wasserkraft hat man auf dem EU-Klimagipfel wohl kaum gespürt, obgleich die Inkontinenz bezüglich der angeblich so fest geschnürten Umweltschutbeschlüsse nur schwer zu übersehen war. Natürlich wolle man der drohenden EU-weiten Rezession ein wenig entgegentreten, und auch wenn [...]
La vie en Posen

La vie en Posen

Zeichner: Roger Schmidt
veröffentlicht am: 12. Dezember 2008
Homepage: www.karikatur-cartoon.de
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Nein, eine Verwässerung des Klimaschutzpaketes seien die Beschlüsse von Posen nicht, versichern unisono alle Staatschefs der Mitgliedsländer. Denn Wasserkraft hat man auf dem EU-Klimagipfel wohl kaum gespürt, obgleich die Inkontinenz bezüglich der angeblich so fest geschnürten Umweltschutbeschlüsse nur schwer zu übersehen war.


Natürlich wolle man der drohenden EU-weiten Rezession ein wenig entgegentreten, und auch wenn Windmühlen zur Familie der regenerativen Energieerzeuger gehören, müssen sie beizeiten wohl immer noch bekämpft werden – beispielsweise mit der Gewährung von Freibriefen bezüglich Umweltverschmutzung. So müssen Energie intensive Branchen wie Papier oder Zement vorerst überhaupt keine Emissionszertifikate ersteigern, sofern sie vorgeben, umweltschonende Techniken einzusetzen. Stromerzeuger hingegen müssen erst ab 2013 ihr Recht auf Umweltverschmutzung auf dem freien Markt erkaufen – und das auch nur zu 30%, was für die Verbraucher wohl oder übel auch ein Drittel mehr Kosten für Energie bedeutet. Erst im fernen 2020 sieht der Klimabeschluss dann eine 100%ige Bezahlung für Emissionsrechte vor, zumindest für Deutschland. Andere Länder wie Gastgeber Polen beispielsweise, werden auch von dieser Regelung befreit, sind sie doch stärker auf Kohle angewiesen – auf die eine oder andere…Weise.
Ja, lauten werden da die Stimmen, die den Umweltsch(m)utz beschwören und von Entsendegesetzen für Klimakiller sprechen. Man muss ja nicht alles schengen, denken sich derweil die Schweizer, die ihrerseits zumindest für sauberes Geld ihre sonst nicht nur durch Alpenpässe so hermetisch abgeriegelte Grenze ein Stück weit öffnen, so dass das ein oder andere Billet durchpasst.
Indes schlottern den energetischen Bossen in Deutschland die Knie, fürchten sie doch, dass osteuropäischer Kohlenstoff weniger wiege als einheimischer und demnach die Verflüchtigung deutscher Arbeitsplätze mit sich ziehe. Dabei war der Klimagipfel doch dafür gedacht, die freien Radikalen der Kohlenstoff-Ketten noch fester an die Kandare zu nehmen und die Finanzströme anhand groß angelegter Staudämme an ihrem Fluss ins offene Meer zu hindern – schließlich lauern da jede Menge Piraten, die Enter-Tasten anstelle von Enter-Haken benutzen.

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