Wenn(e)mer weniger isst ….

Kontinentalplatten verschieben sich mitunter unbemerkt von uns allen. Gebremst werden können sie nicht, insofern ist jede Kollision der Beginn einer großen unterirdischen Neuordnung, welche sich erst bei Vollendung in Form von Flutwellen und/oder Vulkanausbrüchen den vollkommen überraschten Menschen zeigt. Nur wenige Experten können solche Katastrophen im Voraus berechnen, aber wer schenkt den Reitern der Apokalypse [...]
Wenn(e)mer weniger isst ….

Wenn(e)mer weniger isst ….

Zeichner: Roger Schmidt
veröffentlicht am: 15. November 2008
Homepage: www.karikatur-cartoon.de


Kontinentalplatten verschieben sich mitunter unbemerkt von uns allen. Gebremst werden können sie nicht, insofern ist jede Kollision der Beginn einer großen unterirdischen Neuordnung, welche sich erst bei Vollendung in Form von Flutwellen und/oder Vulkanausbrüchen den vollkommen überraschten Menschen zeigt. Nur wenige Experten können solche Katastrophen im Voraus berechnen, aber wer schenkt den Reitern der Apokalypse schon gerne Aufmerksamkeit und Glauben?


Da sich ja bekanntlich auch die Wirtschaft selten für spektakuläre Erosionen und Eruptionen zu schade ist und die Börse ungern an Antrieb verliert, stockt dem Aktionär nicht selten der Atem, wenn plötzlich ein vermeintlich kleiner Fisch wie die Schaeffler-Gruppe einen im Verhältnis großen Kiemenfreund wie den Dax-Konzern Continental fressen will, sich entgegen der landläufigen Vorstellung aber kaum zu verschlucken droht und den Schlund gar noch weiter aufreißt, indem sie ähnlich der Hebebühne ihr anfängliches Angebot noch weiter hochschraubt. Da würde Conti-Chef Wennemer sich als gelernter Mathematiker gerne einen arrhythmischen Reim drauf machen können… oder war es algorithmisch? Vielleicht ja auch alizyklisch, denn schließlich geht es ja um eine gesättigte, organische Verbindung.
Womöglich würde er auch gerne auf die Bremse treten, nur bietet sich das kaum an, sind doch unter anderem auch dort bereits Teile von Schaeffler integriert.
Ob dadurch nun Synergien geschaffen oder Sündikate befriedigt werden sollen, ficht die oberste Schaeff(ler)in Maria-Elisabeth und ihren Ruf nicht an, sie sei eine gute Partie. Zumindest das scheint nicht zu verwundern, wurden ihre taktisch klugen Schachzüge bereits dem Wälzlagerhersteller FAG Kugelfischer (wo wir wieder sowohl bei übler Nachrede, als auch den zyklischen Wasserbewohnern wären) zum Verhängnis, welcher in Bezug auf Fangquoten feststellen musste, dass nicht alle christlichen Menschenfischer freundlich gesinnt sind.
Frank und frei gibt sich der Herzogenauracher Familienkonzern wie auch die von ihnen beauftragten Finanzfachleute etwas ungeduldig, was die Filetierung des großen Fangs angeht. Sprichwörtlich läuft ihnen das Wasser im Munde zusammen, während die Hannoveraner entsprechend über inkontinente Stellen klagen, die heraus sickern ließen, dass Wennemer seinen Stuhl räumen würde, sollte der Vorstand nicht vereint der Übernahme unter den gegebenen Bedingungen widersprechen.
Während bereits der Continental-Betriebsrat nichts gegen eine deutsche Übernahme einzuwenden hatte (war Brasilien nicht eines jener Länder, welches kein Auslieferungsabkommen mit der Bundesrepublik hatte?), bleibt abzuwarten, ob durch die Übernahme Wert oder durch deren Abwenden Hoffnung geschöpft wird. Dies beurteilen Klein-, Groß- und institutionelle Aktionäre sicherlich entsprechend ihrer Interessen. In jedem Fall werden Kräfte freigesetzt, denn getreu dem Schaeffler-Motto, dass sie alles produzieren, was sich bewegt in Maschinen, Anlagen, Kraftfahrzeugen und in der Luft- und Raumfahrt, scheint keine Vision zu abgehoben.

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